Headlines...

Das Problem sind die Headlines. Millionäre verzichten auf Sonderzahlungen. Nicht auf Gehalt, sondern auf Sonderzahlungen. Und alles was der Sächsischen Zeitung einfällt ist die Topic „VW-Bosse verzichten auf Geld“. Sie titeln nicht „VW-Bosse gönnen sich Bonus“, obgleich es unumstritten ebenso zu träfe. So wie die Sächsische Zeitung aufmacht, lese ich den darunter liegenden Artikel nicht 'mal mehr, und sei er noch so kritisch. Die Tatsache, dass Menschen, die so viel Geld besitzen, dass sie selbst ihre Enkelkinder ausgesorgt wissen, nur widerwillig auf Teile ihrer Extrabezüge gönnerhaft verzichten, während ganze Existenzen im Erdrutsch der kommenden Werksschließungen, Zeitarbeitvertragsauflösungen und Zuliefereraufkündigungen darnieder gehen, lässt mich den Glauben an die Zukunft verlieren.
Von Volkswagen durfte man das erwarten. Was enttäuscht ist die Presse.

Source: http://www.sz-online.de/nachrichten/vw-bosse-verzichten-auf-geld-3371520.html

Das Ende einer Ära

Ich nutze privat ein T61 und im Office ein T440s. Mit beiden Notebooks bin ich wirklich, wirklich, wirklich mehr als zufrieden, beeindruckende Hardware. Alles drin und dran, robust, performant, ausdauernd, kompakt. Doch eins zeichnete sich bei diesem Generationsverlauf bereits ab: konnte man am T61 noch schrauben wie ein Blöder (Stichwort “Frankenpad“), reduzierten sich die möglichen Eingriffe mit jeder nachfolgenden Thinkpad-Generation gradatim. Die Thinkpads von heute sind bei weitem nicht mehr die Thinkpads von gestern, keine Frage. Dennoch bekommt man nach wie vor solide Hardware, sofern Geld keine Rolle spielt und man gewillt ist abstruse Mondpreise zu zahlen.

Vor gut 10 Jahren verkaufte IBM die PC-Sparte an den chinesischen Hersteller Lenovo. Das bestreben der Kommunisten nach Zensur und Regulierung in puncto Meinungsfreiheit waren bereits damals weitgehend bekannt, dass dunkle Wolken am Horizont aufziehen würden nur eine Frage der Zeit…

Nebelkerzen

Als der Albig letztens mit dem Vorschlag für eine KFZ-Sonderabgabe kam hab ich lange überlegen müssen, was die politische Elite damit vertuschen möchte. Immerhin ist das eine massiv schwachsinnige Idee mit besonders hohem Potential für maximalen Blutdruck beim Wutbürger und eine solche Vorgehensweise hat sich in der Vergangenheit bewährt. Heute wurde es mir klar:

Ab Sommer könnten also Fingerabdrücke und DNA-Profile automatisiert abgefragt werden. […] Hierzu gehören nicht nur Meldedaten, sondern unter Umständen auch weitere polizeiliche Erkenntnisse, darunter “politische Anschauungen”, die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, Angaben zur Gesundheit oder zum Sexualleben. Selbst die Verarbeitung von Informationen zu “Rasse oder ethnische Herkunft” sowie “sonstige Überzeugungen” ist geregelt.

Zugriff werden neben FBI auch US-Geheimdienste und -Grenzbehörden haben.

dieser seifen-heini...

…da kommt einem ja die Wurst quer zur Längsrichtung. Ich würd mit anderen gern binär mittels Waldbränden kommunizieren. Waldbrand aus für 0 und Waldbrand an für 1. Oder im Morsestyle: zweimal Waldbrand kurz für I und einmal Waldbrand lang für T. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ich ein Problem bekomm, wenn ich den Polizeifunk benutze um einer dritten Person mitzuteilen, dass wir noch Kartoffeln brauchen.

Entweder: Verlogenes Pack… Doppelmoral wohin man guckt. Welche Vollidioten haben diese Kasper gewählt?
Oder: der Seibert sagt uns hier grade ins Gesicht, dass auch wir in keiner freien Gesellschaft leben.

Ich tip auf beides.

Source: https://twitter.com/RegSprecher/status/446935060202389504

Eure Dummheit kotzt mich an

Erst ein paar Tage ist es her, dass die Meldung Facebook würde Whatsapp kaufen wie eine Bombe einschlug. Was zum verdammten Henker ist so überraschend daran, dass ein Konzern mal wieder ein Startup für einen völlig unsinnig utopischen Betrag vom Markt nimmt?

Und jetzt kriegen alle Panik … „Whoohoo, unsere kostbaren Daten, wechselt schnell zu <foo>“

Es gibt zwei Grundregeln die so verdammt einfach sind, dass sogar ihr Facebook-Vollidioten sie kapieren könnt:

ad 1) never ever trust your fuckin smartphone!
ad 2) if you're not payin for it, you're not the customer, you're the product being sold!

Die Frage die man sich halt immer stellen muss: wieviel kostet der Versand einer Nachricht beim Dienst xy? Wenn das nichts kostet, wer bezahlt dann Server, Wartung, Personal? Richtich… immernoch wir, nur nicht mit Geld sondern die zum Einsatz kommende Währung nennt sich „Freiheit“. Und mit jeder Message büßen wir ein klein wenig mehr davon ein.

An all die Flachpfeifen die jetzt zu Threema, Line, Whistle.im, Telegram oder weiß der Geier was wechseln: ihr könnt im Grunde auch bei Whatsapp bleiben. Erstens reduziert das eure Aufwände und zweitens sind closed source Apps auf iPhone's per Definition unsecure. Selbst wenn die Apps vernünftig verschlüsseln schützt das maximal vor Script-Kiddies bei Starbucks, aber eben gerade nicht vorm Staat und schon gleich gar nicht vor detaillierter Auswertung eurer Kommunikation.

Wer wert auf Privatsphäre legt kommt beim instant messaging im Moment an Jabber mit OTR nicht vorbei, von mir aus mittels ChatSecure. Diese Lösung erfordert zeitgleiche uptime beider User, das ist doof, ja, aber so funktioniert halt OTR. Wem das zu kackiwurst ist muss eben auf heml.is warten.

Das Ende ist nah und euch allen ist nicht mehr zu helfen…

Update 22.04.2015:

Auf heml.is zu warten macht wohl doch keinen Sinn :)
https://netzpolitik.org/2015/burn-crowdfunding-money-burn-heml-is-wird-niemals-fertig/

Hilfe, die Inselaffen drehen frei

Was ist denn in UK grad los? Begonnen hat das mit der Meldung gestern, dass David Miranda (der Lebensgefährte vom Snowden-Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald) … naja, sagen wir mal „grundlos verhaftet“ wurde. Das ist im juristischen Sinne nicht der korrekte Terminus, aber in meinen Augen läuft es darauf hinaus. Er wollte wohl von Berlin über London nach Rio de Janeiro fliegen und im Transit-Bereich von Heathrow angekommen wurde er von Sicherheitsbeamten fast 9 Stunden festgehalten. Damit ist natürlich der Anschlussflug weg, aber es kommt noch dicker:

Was kann Mozilla eigentlich?

Was ich letztens noch als Feature im Firefox anpries, nämlich die Suchmaschine über die Adresszeile seinen persönlichen Bedürfnissen anzupassen, ist im kürzlich erschienenen Release v23 des Browsers nicht mehr möglich einzusetzen. Offenbar wurde die Verwendung der hidden preference keyword.URL in diesem Sinne seitens der Entwickler als Bug betrachtet. Dies geht zumindest aus folgenden beiden Links hervor:

Das führt zu dem sehr unschönen Verhalten, dass Firefox für die Suche in der Adresszeile ab sofort die Suchmaschine verwendet, welche in der Suchleiste eingestellt ist. Ein Dual-Use unterschiedlicher Maschinen ist nicht mehr umsetzbar, in meinen Augen verliert die Suchleiste damit komplett ihren Sinn, doch das tut hier nichts zur Sache. Die Frage ist, wie gehen wir damit um?


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