Das Ende einer Ära

Ich nutze privat ein T61 und im Office ein T440s. Mit beiden Notebooks bin ich wirklich, wirklich, wirklich mehr als zufrieden, beeindruckende Hardware. Alles drin und dran, robust, performant, ausdauernd, kompakt. Doch eins zeichnete sich bei diesem Generationsverlauf bereits ab: konnte man am T61 noch schrauben wie ein Blöder (Stichwort “Frankenpad“), reduzierten sich die möglichen Eingriffe mit jeder nachfolgenden Thinkpad-Generation gradatim. Die Thinkpads von heute sind bei weitem nicht mehr die Thinkpads von gestern, keine Frage. Dennoch bekommt man nach wie vor solide Hardware, sofern Geld keine Rolle spielt und man gewillt ist abstruse Mondpreise zu zahlen.

Vor gut 10 Jahren verkaufte IBM die PC-Sparte an den chinesischen Hersteller Lenovo. Das bestreben der Kommunisten nach Zensur und Regulierung in puncto Meinungsfreiheit waren bereits damals weitgehend bekannt, dass dunkle Wolken am Horizont aufziehen würden nur eine Frage der Zeit…

Geschwätz von gestern

öffentlich-rechtliche Kriegspropaganda in der Selbstkritik vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Agitation von Dr. Kai Gniffke (Chefredakteur ARD-aktuell):

Die Kritik an unserer Ukraine-Berichterstattung hat ein Echo von bislang ungekanntem Ausmaß hervorgerufen. […] Wir widersprechen […] den Vorwürfen einer gezielten Desinformation […] Wir haben stets nach bestem Wissen und Gewissen sowie sorgfältiger Recherche berichtet. […] Doch bevor uns unsere Kritiker nun für arrogante Dumpfbacken halten […] Hier einige Punkte, die wir aufgelistet haben:

  • Mit dem Wissen von heute hätten wir manchen Akzent anders gesetzt und manche Formulierung anders gewählt […]
  • Möglicherweise sind wir zu leicht dem Nachrichten-Mainstream gefolgt.
  • Vielleicht hätten wir rechte Gruppierungen in der Ukraine früher thematisieren sollen.
  • Der falsche Hubschrauber war sehr ärgerlich […]
  • Wir hätten uns bei der Formulierung “OSZE-Beobachter” eher eine andere Formulierung wählen können.
  • Vielleicht haben wir die russischen Interessen zu wenig für den deutschen Zuschauer “übersetzt”.
  • Wir hätten evtl. die NATO-Position noch kritischer hinterfragen können.

Ausdrücklich haben […] unsere Korrespondentinnen und Korrespondenten […] hervorragende Arbeit geleistet. Sie haben zu jeder Zeit gewissenhaft recherchiert. Dabei ist klar, dass die Recherche auf Seiten der Separatisten zeitweise nicht möglich war und die Informationen der ukrainischen Seite interessengesteuert waren. Insgesamt haben sie exzellente Arbeit geleistet. […] Oft hilft die Frage “Wem nützt es?”

Source: http://blog.tagesschau.de/2014/09/29/zwischenbilanz-der-ukraine-konflikt-in-der-tagesschau

Für mich wirft diese Darstellung mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Klar ist in jedem Fall dass dieses Eingeständnis ohne äußerlichen Druck veröffentlicht wird und nicht objektiv sein kann, sondern sich möglichst oberflächlich auf die gröbsten Schnitzer beschränkt. Klingt als ob sich jemand reinwaschen wolle. Man gesteht höflich in einem kaum beachteten Blog, was eh schon alle wissen. Wenn die Berichterstattung beim Thema „Ukraine“ nicht sauber ist, warum sollte sie es dann bei den Themen NSU, NSA, IS, TTIP sein? Wird das Zwangsgeld der GEZ nicht gerade deshalb erhoben, weil solch manipulierende Berichterstattungen durch private Sender vermieden werden sollen? Warum erhebt niemand intern just in time seine Stimme?

Wenigstens kommen sie zum richtigen Schluss:
„Wem nützt es?“ … Die Liste derer, denen diese ARD-Berichterstattung genützt hat, ist lang und mit Vertretern westlicher Regierungen, Lobbyisten und Industriemogulen gespickt.

Update 02.10.14

Der Gniffke setzt noch einen drauf und korrigiert ein halbes Jahr nachdem die ARD russische Separatisten beschuldigte Zivilisten ermordert zu haben, dass es dann wohl leider doch westlich orientierte Ukrainer waren, die dieses Verbrechen verübten. Dass das heute keinen mehr interessiert spielt dabei keine Rolle. Die Empfehlung muss an dieser Stelle daher lauten: Bei jeder Meldung vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk gilt ab sofort eine Karenzzeit von 6 Monaten in welcher der Bericht möglicherweise negiert werden muss, oder auch nicht. Für lumpige 7,68 Milliarden Euro pro Jahr kann man von ÖR-Journalisten eben auch nicht mehr erwarten…

Wann kommt endlich Judgment Day?

Also ich ließ ja letztens schon durchblicken, dass ein Rücktritt Googlebergs meiner Meinung nach die einzig elegante Lösung seinerseits wäre, sich aus der Affäre zu ziehen. Dann hat er perspektivisch zwar eher schlechte Karten fürs Kanzleramt (wobei die dort glaub ich ab und an auch Narren und Hofzwerge suchen, die sie knechten können … dann ist er zwar im Kanzleramt, aber nicht im Kanzleramt ôO) aber ihm bleibt eigentlich keine andere Wahl. Hat er doch auf rechtlich äußerst fragwürdige Weise den Kommandanten der Fock suspendiert ohne ihn zuvor gehört zu haben. Gleiches Recht für alle. Politisch befürworte ich seine Durchsetzungsfähigkeit und freue mich über die längst überfällige Entwicklung einer Berufsarmee. Jedoch ist fraglich, ob seine Reformpläne in ihrer Gesamtheit überhaupt finanzierbar sind. Als das Kabinett im Juni beschloss, dass das Verteidigungsministerium bis 2014 mal eben 8,3 Mrd. Euro einsparen sollte, war der Panzer-Karl zugegen und schien da wohl auch den Anwesenden verkauft zu haben, dass das durchaus machbar sei. Seit klar ist, dass dieses Ziel bei den derzeitigen Spritpreisen doch nicht zu halten ist, redet er sich damit raus, dass er die Truppe ja eigentlich um 21.500 Mann mehr verkleinern wollte als es nun tatsächlich getan wird. Das hätte selbstverständlich etliche Milliarden gespart. Und um dem noch einen drauf zu setzen, bietet das Merkel dem Theo zögerlos an "dann spar doch erstma nur die Hälfte, die andere Hälfte sparen die anderen für dich mit". Er ist da in jedem Fall schonmal fachlich von der Opposition angreifbar und das eigene Haus mag ihn nun auch nicht mehr, denn beim Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf.

Plagiator - I'll be back

Pomaden-Theo bestimmt ja momentan das Bild der Medien. Ich find die nun entstehende Diskussion allerdings irgendwie ein bisschen überflüssig, denn der Sachverhalt ist ja eindeutig: Es gibt eine Dissertation (ich nehm an, das kommt von „dissen“) mit ordentlich fremd-geschriebenem Text (um mal eine Vorstellung davon zu bekommen, über welches Ausmaß wir hier sprechen empfehle ich eindringlichst einen Besuch auf http://labs.vis4.net/guttenplag). Allerdings fehlen Quellenangaben in seiner Arbeit. Nun lernt man dummerweise bereits in Klasse 10 richtig zu zitieren. Bevor man auch nur einen Fuß in eine Uni/FH setzt, weiß man, wie sich das mit Quellenverzeichnissen und all dem Kram verhält. Ich musste mal in Stufe 11 eine Hausarbeit verfassen, die mit 6 (ungenügend) gewertet wurde, da ich, damals weit weniger Internet-affin und naiv wie Gott mich schuf, in den Quellenangaben u.a. schlicht „diverse Websites“ vermerkte um darauf hinzuweisen, dass ich mich neben den penibel angegebenen Seiten aus Fachbüchern eben auch noch hier und da im Netz informierte. Ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass ich damals rein gar nichts kopierte. Das Thema war interessant und Hausarbeiten schrob ich schon immer gern. Es gab keinen Grund für einen Betrugsversuch. Meine damalige Dozentin sagte mir im Anschluss, mit einer sauberen Quellenangabe hätte sie mir eine 2 (gut) geben können. Daraufhin lernte ich zwei Dinge: zum einen sind vernünftige Quellenangaben in unserer Gesellschaft überlebensnotwendig und zum anderen lernte ich meine Lehrerin abgrundtief zu hassen.


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