Wann kommt endlich Judgment Day?

Also ich ließ ja letztens schon durchblicken, dass ein Rücktritt Googlebergs meiner Meinung nach die einzig elegante Lösung seinerseits wäre, sich aus der Affäre zu ziehen. Dann hat er perspektivisch zwar eher schlechte Karten fürs Kanzleramt (wobei die dort glaub ich ab und an auch Narren und Hofzwerge suchen, die sie knechten können … dann ist er zwar im Kanzleramt, aber nicht im Kanzleramt ôO) aber ihm bleibt eigentlich keine andere Wahl. Hat er doch auf rechtlich äußerst fragwürdige Weise den Kommandanten der Fock suspendiert ohne ihn zuvor gehört zu haben. Gleiches Recht für alle. Politisch befürworte ich seine Durchsetzungsfähigkeit und freue mich über die längst überfällige Entwicklung einer Berufsarmee. Jedoch ist fraglich, ob seine Reformpläne in ihrer Gesamtheit überhaupt finanzierbar sind. Als das Kabinett im Juni beschloss, dass das Verteidigungsministerium bis 2014 mal eben 8,3 Mrd. Euro einsparen sollte, war der Panzer-Karl zugegen und schien da wohl auch den Anwesenden verkauft zu haben, dass das durchaus machbar sei. Seit klar ist, dass dieses Ziel bei den derzeitigen Spritpreisen doch nicht zu halten ist, redet er sich damit raus, dass er die Truppe ja eigentlich um 21.500 Mann mehr verkleinern wollte als es nun tatsächlich getan wird. Das hätte selbstverständlich etliche Milliarden gespart. Und um dem noch einen drauf zu setzen, bietet das Merkel dem Theo zögerlos an "dann spar doch erstma nur die Hälfte, die andere Hälfte sparen die anderen für dich mit". Er ist da in jedem Fall schonmal fachlich von der Opposition angreifbar und das eigene Haus mag ihn nun auch nicht mehr, denn beim Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf.

Plagiator - I'll be back

Pomaden-Theo bestimmt ja momentan das Bild der Medien. Ich find die nun entstehende Diskussion allerdings irgendwie ein bisschen überflüssig, denn der Sachverhalt ist ja eindeutig: Es gibt eine Dissertation (ich nehm an, das kommt von „dissen“) mit ordentlich fremd-geschriebenem Text (um mal eine Vorstellung davon zu bekommen, über welches Ausmaß wir hier sprechen empfehle ich eindringlichst einen Besuch auf http://labs.vis4.net/guttenplag). Allerdings fehlen Quellenangaben in seiner Arbeit. Nun lernt man dummerweise bereits in Klasse 10 richtig zu zitieren. Bevor man auch nur einen Fuß in eine Uni/FH setzt, weiß man, wie sich das mit Quellenverzeichnissen und all dem Kram verhält. Ich musste mal in Stufe 11 eine Hausarbeit verfassen, die mit 6 (ungenügend) gewertet wurde, da ich, damals weit weniger Internet-affin und naiv wie Gott mich schuf, in den Quellenangaben u.a. schlicht „diverse Websites“ vermerkte um darauf hinzuweisen, dass ich mich neben den penibel angegebenen Seiten aus Fachbüchern eben auch noch hier und da im Netz informierte. Ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass ich damals rein gar nichts kopierte. Das Thema war interessant und Hausarbeiten schrob ich schon immer gern. Es gab keinen Grund für einen Betrugsversuch. Meine damalige Dozentin sagte mir im Anschluss, mit einer sauberen Quellenangabe hätte sie mir eine 2 (gut) geben können. Daraufhin lernte ich zwei Dinge: zum einen sind vernünftige Quellenangaben in unserer Gesellschaft überlebensnotwendig und zum anderen lernte ich meine Lehrerin abgrundtief zu hassen.

Die FDP schlägt dem Ölfaß den Boden aus

Rainer Brüderle hat, gemäß Peter-Prinzip, mit sofortiger Wirkung den maximalen Grad seiner Inkompetenz erreicht. Um von vornherein mal klarzumachen wohin die Reise geht: dieser Mann ist Bundeswirtschaftsminister! Ob das Volk das auch so wollte, lass ich mal dahin gestellt. Er erhält (monatlich) steuerpflichtige 7.668,- € Abgeordnetenentschädigung, eine knapp 4.000,- € dicke steuerfreie Kostenpauschale, 250,- € Zuschuss zu seiner Krankenversicherung und eine BahnCard 100 First, die offiziell natürlich nur für Dienstreisen verwendet werden darf, aber wer oft genug mit der Bahn reist dürfte wissen wie sich die Realität darstellt. Und als ob's noch nicht genug wäre, bekommt er für seine Tätigkeit als Minister neben dem Mandat obendrein ein Entgelt der Stufe 3, ergo irgendetwas über 7.000,- € (möglicherweise 9 Mio., wer weiß das schon, er legts ja nicht offen). Kurzum: dieser Mann leidet keinen Hunger.

Der blanke Hohn

Um die „Packstation Trilogy“ abzuschließen… ich bin letzte Woche tatsächlich das Fremdpaket in einer Post-Filiale losgeworden. Man kann von vorn herein getrost darauf verzichten sein Glück in einer „Filiale (im Einzelhandel)“ oder gar in einem „Verkaufspunkt“ zu suchen. Da werden Sie nicht geholfen. Das liegt in erster Linie daran, dass die Personen die da arbeiten von Post-Services weder Ahnung haben noch in irgendeiner Form gewillt sind sich auch nur ansatzweise mit der Materie auseinander zu setzen. Hier scheint einzig das Post-Label dafür missbraucht zu werden Kunden für einen schnellen schmalen Taler nebenbei quasi als Zubrot zu gewinnen. Erschütternd nur, dass der Post völlig am hinteren Gesitze vorbei zu gehen scheint, wie ihre Repräsentation in der Fläche ist.

Nun die finale Mitarbeiterin war jüngeren Semesters, kannte sich mit der Packstation erwartungsgemäß genauso wenig aus wie ihre Kollegen, war aber dennoch bemüht mir zu helfen. Dies endete in der Übernahme des Pakets und einem handschriftlich ausgestellten Übernahme-Beleg, verziert durch einen Back-To-The-Roots-Stempel, mit dem ich im Fall des Falles naiv in der Gegend rumwinken kann (…noja, wer wenn nich ich!?…).

Um diesen epic Fail aber noch auf die Spitze zu treiben: in der Mail vom Support stand ja nun geschrieben, sie würden mir eine „Wiedergutmachung auf postalischem Wege“ für meinen „entstandenen Aufwand“ zukommen lassen. Dieses „Präsent“ ist unterdessen eingetroffen und wer will raten was es ist? Richtig … eine Briefmarke für ein Paket in den max. Maßen XYZ um, ich zitiere, „eine Sendung bis zehn Kilogramm an einer PACKSTATION aufzugeben“. Wobei der Terminus „aufzugeben“ hier offenbar im Wortsinn zu verstehen sein muss. Ich hätt's nicht prägnanter formulieren können, frage mich aber dennoch was so eine Paketmarke wohl bei ebay einbringt?

Die De-Mail kommt!

…nachdem die D-Mark ja nun Geschichte ist wird De-Mail DER Big Bang in 2011.

Mal abgesehen davon, dass die Post ihren Konkurrenten den Zugang zum PostIdent-Verfahren verweigert (was ich nachvollziehbar, aber dennoch lustig finde), bin ich sehr verblüfft darüber, dass sich plötzlich Bundesrat und -tag auf Grund technischer Inhalte keilen. Soviel Kompetenz hätte ich dem Rat gar nich zugetraut muss ich sagen. Ich fand mich bereits damit ab, dass es unsecure weiter gehen würde.

Stein des Anstoßes ist diese Meldung von Freitag in der der Bundestag ein für alle mal klipp und klar stellt, Überwachung und Abhörmechanismen funktionieren nur, wenn auf dem Content kein Crypto klebt:

Die Nachrichten werden zur Überprüfung von Viren und zur Prüfung, ob es sich um eine Spam-Mail handelt, kurzfristig entschlüsselt

Die Kunst liegt im weglassen. Hier fehlt in der Aufzählung halt noch „Schlagwortsuche“ usw usf. Einem Postservice sollte in der Regel egal sein, WAS er da ausliefert, denn hier greift offiziell das Postgeheimnis. Darum ist die Spam- und Virenprüfung auch in erster Linie Aufgabe des Kunden. Mal ehrlich: würde mein Nachbar, hilfsbereit wie eh und je, meinen Briefkasten aufbrechen um die Werbung auszusortieren … ich würde ihm was husten. Der Punkt ist, wenn ich einen Briefumschlag versende ohne ihn zuzukleben, kann ich auch gleich eine Postkarte nehmen. Oder anders gesagt: Wie sicher ist eine Wohnungstür, die ich zwar abschließen kann, den Schlüssel aber für andere im Schloß lasse? Also wenn neben Absender und Empfänger auch noch der Postbote dechiffrieren darf, dann dürfens quasi alle, die den Postboten erpressen. Wirklich interessant wird aber erst diese Aussage bis zum ersten Komma, denn ab hier werden wilden Interpretationen und Spekulationen Tür und Tor geöffnet:

Die Bundesregierung hat der Forderung des Bundesrats nach der Ende-zu-Ende Verschlüsselung widersprochen: „Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gefährdet das gesamte Ziel von De-Mail, die einfache - und ohne spezielle Softwareinstallation mögliche - Nutzbarkeit durch die Bürger“, heißt es in der Erwiderung.

Da frag ich mich jetzt, was eigentlich das Ziel von DeMail zu sein scheint. Ich meine, mittels Pidgin und OTR-Plugin hab ich seit Jahren eine unglaublich einfach anzuwendende aber effektive Verschlüsselung für's Instant Messaging. Crypto mit 2 Klicks. Wieso sollte das bei Mail komplizierter sein? Alles was fehlt ist simpel zu bedienende Software. Grundsätzlich machbar scheint es laut secunet ja zu sein, alles andere würde mich auch wundern. Also ist es nicht gewollt. Im Moment frag ich mich wer's am wenigstens will. BND, BfV, BKA oder gar MAD? Wobei ich ja auf den letzteren tippe:

Kernaufgaben des MAD sind die Informationssammlung und -auswertung zu Zwecken der Spionage- / Sabotageabwehr und der Extremismus- / Terrorismusabwehr.

Schreibt zumindest die Wikipedia. Was natürlich blamabel wäre, man würde nun eine sichere Infrastruktur errichten, die künftig dafür genutzt werden würde Angriffe auf dessen Errichter vorzubereiten, und man bekäme es noch nicht mal mit, weil ist ja sicher XD

Die Demaskierung der treibenden Kraft wäre in jedem Falle interessant.

Für all jene, denen nicht klar ist, was mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eigentlich gemeint ist, wurde von metronaut und linuzifer ein großartiges Video ins Netz gestellt, welches in gut 4 Minuten das Prinzip verdeutlicht. Prädikat: Empfehlenswert! Insbesondere die alemannische Version.

rm -rf /media/internet/*

Dieser Artikel muss einen ja zwangsläufig zum schmunzeln bringen. Geballte Kernkompetenz prescht an die Front um feindliche Stellungen zu zermalmen. Wer hat diesen De Maizière eigentlich legitimiert unser Volk zu vertreten? Ein klares epic Double-Fail. Außerdem erinnert mich das an:

» Es ist vollkommener Blödsinn, für sein Recht, Babys zu bekommen zu kämpfen wenn er keine Babys bekommen kann.
« Es ist ähm, symbolisch. Für unser Ringen gegen die Unterdrückung.
» Symbolisch für sein Ringen gegen die Realität.


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