Summary Week.03

Was ist letzte Woche so passiert?

Wahl-Debakel für die FDP

Bei der Oberbürgermeister-Wahl in Erfurt hat FDP-Spitzenkandidat Thomas Kemmerich heute, statt der erhofften Kehrtwende, eine herbe Niederlage mit seiner Partei einstecken müssen. Nur 1.911 der 74.027 abgegebenen Stimmen entfielen auf den Liberalen, der somit noch hinter Dr. Gerd Stübner (Freie Wähler), auf Platz sieben rangiert. Der seit Monaten anhaltende Abwärtstrend der FDP scheint nicht mehr aufhaltbar zu sein. Fraglich wie lange es die Freien Demokraten noch vermögen hinreichend Stimmen zu mobilisieren um zu kommenden Wahlen überhaupt noch zugelassen zu werden.

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Mit weit über 30.000 Stimmen Vorsprung wurde der amtierende OB Andreas Bausewein (SPD) zweifelsfrei in seinem Amt bestätigt. Für eine Überraschung konnte hingegen Peter Brückner, Kandidat der Erfurter Piratenpartei, sorgen. Mit 4.042 Stimmen erreichte er Platz 4, ließ somit auch die Konkurrenz aus dem Lager der Grünen hinter sich und bestätigte den derzeitigen, bundesweiten Erfolgskurs der noch jungen Partei.

Erfassungsstand vom 22.04.2012 um 19:47 Uhr (43,9% Wahlbeteiligung)

Atomkraft? Nein Danke!

Ich versteh nicht nur diese Welt, sondern vor allem unser Wahlrecht nicht. In Baden-Württemberg lebten laut Wikipedia am 30. September 2010 immerhin gut 10,7 Millionen Menschen. Davon sind laut offizieller Website von BW etwa 7,8 Mio. wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag dabei wohl bei 66,2 Prozent, was rein rechnerisch zu ca. 5.163.600 Wählern führt. Die Grünen wurden von nicht einmal einem Viertel (24,2%) gewählt, das entspricht Pi mal Daumen 1.249.591 Stimmen. Damit hat grob kalkuliert nur jeder zehnte Einwohner BW's seine Stimme einem Grünen gegeben. Mit anderen Worten 90% der Baden-Württemberger wollen keine grüne Landesregierung. Die ARD hat unsere Gebühren endlich mal sinnvoll in HighTech investiert und damit folgende Management-gerechte Grafik erstellt:

Plagiator - I'll be back

Pomaden-Theo bestimmt ja momentan das Bild der Medien. Ich find die nun entstehende Diskussion allerdings irgendwie ein bisschen überflüssig, denn der Sachverhalt ist ja eindeutig: Es gibt eine Dissertation (ich nehm an, das kommt von „dissen“) mit ordentlich fremd-geschriebenem Text (um mal eine Vorstellung davon zu bekommen, über welches Ausmaß wir hier sprechen empfehle ich eindringlichst einen Besuch auf http://labs.vis4.net/guttenplag). Allerdings fehlen Quellenangaben in seiner Arbeit. Nun lernt man dummerweise bereits in Klasse 10 richtig zu zitieren. Bevor man auch nur einen Fuß in eine Uni/FH setzt, weiß man, wie sich das mit Quellenverzeichnissen und all dem Kram verhält. Ich musste mal in Stufe 11 eine Hausarbeit verfassen, die mit 6 (ungenügend) gewertet wurde, da ich, damals weit weniger Internet-affin und naiv wie Gott mich schuf, in den Quellenangaben u.a. schlicht „diverse Websites“ vermerkte um darauf hinzuweisen, dass ich mich neben den penibel angegebenen Seiten aus Fachbüchern eben auch noch hier und da im Netz informierte. Ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass ich damals rein gar nichts kopierte. Das Thema war interessant und Hausarbeiten schrob ich schon immer gern. Es gab keinen Grund für einen Betrugsversuch. Meine damalige Dozentin sagte mir im Anschluss, mit einer sauberen Quellenangabe hätte sie mir eine 2 (gut) geben können. Daraufhin lernte ich zwei Dinge: zum einen sind vernünftige Quellenangaben in unserer Gesellschaft überlebensnotwendig und zum anderen lernte ich meine Lehrerin abgrundtief zu hassen.


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