// „What a load of horse shit.“

Die Topic ist sowohl Programm, als auch DAS Programm … und das aktuell letzte, zwei Monate alte, Kommentar der Indigogo-Crowdfunding-Kampagne von Mailpile.

Bjarni Rúnar Einarsson, Brennan Novak und Smári McCarthy reagierten 2013 auf die Snowden-Leaks mit der Ankündigung eines eMail-Webclients, welcher u.a. OpenPGP und S/MIME integriert. Unter dem Motto „taking e-mail back“ und Sätzen wie „We will spend the money wisely!“ baten sie die Community, zur Umsetzung ihres vollmundigen Versprechens das Rad neu erfinden zu wollen, um eine entsprechende finanzielle Unterstützung.

Fachpresse und Blogs überschlugen sich der Messias sei gekommen, denn endlich würde CryptoMail nicht nur portabel sondern obendrein massenkompatibel, dem Projekt zuträglich wurden Supportaufrufe zum Selbstläufer. $163.192 USD von 3.639 Unterstützern kamen zusammen, 63% über dem angestrebten Ziel, im Schnitt fast $45 USD pro „risikofreudigem Investor“.

Ich will hier nicht diskutieren welche Steine auf dem Weg lagen weil das schlicht nicht interessiert. Letztlich sind 3 Jahre ins Land gegangen und Mailpile hat sich mit einem(!) verbleibenden Entwickler und letzter Kraft bis zur dritten Beta geschleppt. Seit zwei Monaten ist es vollständig tot.

Am 14. September 2014 hörte ich, auf den Dresdner Datenspuren, zum ersten Mal vom pΞp Project, zu dem Zeitpunkt war die Idee offenbar schon gut 2 Jahre alt. Long story short: „crypto für die Massen ist zu kompliziert“ (you don‘t say), „gebt uns Geld und wir lösen all eure Probleme“ (838 Supporter übertrafen blauäugig mit $51.263 USD immerhin um 3% das angepeilte Ziel), hyper hyper, bis heute gilt für die official releases: „coming soon“…

Warum ist das ein Problem? Weil mein IQ schätzungsweise über 15 unzusiedeln ist und ich mich hier verarscht fühle. Damit wir uns richtig verstehen: ich habe in keins der Projekte investiert. Ich habe allerdings 60 Euro bezahlt als GnuPG um crowdfunding bat. Dahinter gab es jedoch ein existierendes Produkt welches ich nutzte und das Gefühl hatte etwas schuldig zu sein.

Zusammengefasst verbrennen zwei Phantasieprojekte komplett ergebnislos weit über $200.000 USD und beschädigen das crowdfunding-Image fundamental, wohingegen ein reales Projekt, mit nachweislich enormer Bedeutung in der Welt der freien Software, im Verhältnis mit round about 35.000 € nur ein Fünftel dieser Unterstützung erfährt.

Wenn man sich vergegenwärtigt welche Entwicklungskapazitäten sowohl Mailpile als auch pΞp bis heute verballert haben, ohne etwas zählbares vorzeigen zu können … eine Farce. Zielloses rumforken und Ressourcen verjubeln, als gäbe es kein Morgen. Und was für ein vernichtendes Zeugnis für die Community die, PR-Blasen bestaunend, bereits erbrachte Leistungen offenbar kaum zu würdigen weiß. Dabei war alles was wir wollten eine GUI für Enigmail die auch unsere Eltern verstehen…

Update 04.07.2016:

Zu meiner Überraschung kommt mit einiger Verspätung bei pΞp nun wohl doch Bewegung rein:

Erste Anwendungen von „Pretty Easy Privacy“ für Windows und Android

Source: http://heise.de/-3254151

Warten wir mal das Audit und die Unterstützung weit verbreiteter Software ab, vielleicht haben wir dann Ende 2017 tatsächlich eine Lösung die all unsere Klartext-Mail-Probleme löst.

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