// Geschwätz von gestern

öffentlich-rechtliche Kriegspropaganda in der Selbstkritik vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Agitation von Dr. Kai Gniffke (Chefredakteur ARD-aktuell):

Die Kritik an unserer Ukraine-Berichterstattung hat ein Echo von bislang ungekanntem Ausmaß hervorgerufen. […] Wir widersprechen […] den Vorwürfen einer gezielten Desinformation […] Wir haben stets nach bestem Wissen und Gewissen sowie sorgfältiger Recherche berichtet. […] Doch bevor uns unsere Kritiker nun für arrogante Dumpfbacken halten […] Hier einige Punkte, die wir aufgelistet haben:

  • Mit dem Wissen von heute hätten wir manchen Akzent anders gesetzt und manche Formulierung anders gewählt […]
  • Möglicherweise sind wir zu leicht dem Nachrichten-Mainstream gefolgt.
  • Vielleicht hätten wir rechte Gruppierungen in der Ukraine früher thematisieren sollen.
  • Der falsche Hubschrauber war sehr ärgerlich […]
  • Wir hätten uns bei der Formulierung “OSZE-Beobachter” eher eine andere Formulierung wählen können.
  • Vielleicht haben wir die russischen Interessen zu wenig für den deutschen Zuschauer “übersetzt”.
  • Wir hätten evtl. die NATO-Position noch kritischer hinterfragen können.

Ausdrücklich haben […] unsere Korrespondentinnen und Korrespondenten […] hervorragende Arbeit geleistet. Sie haben zu jeder Zeit gewissenhaft recherchiert. Dabei ist klar, dass die Recherche auf Seiten der Separatisten zeitweise nicht möglich war und die Informationen der ukrainischen Seite interessengesteuert waren. Insgesamt haben sie exzellente Arbeit geleistet. […] Oft hilft die Frage “Wem nützt es?”

Source: http://blog.tagesschau.de/2014/09/29/zwischenbilanz-der-ukraine-konflikt-in-der-tagesschau

Für mich wirft diese Darstellung mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Klar ist in jedem Fall dass dieses Eingeständnis ohne äußerlichen Druck veröffentlicht wird und nicht objektiv sein kann, sondern sich möglichst oberflächlich auf die gröbsten Schnitzer beschränkt. Klingt als ob sich jemand reinwaschen wolle. Man gesteht höflich in einem kaum beachteten Blog, was eh schon alle wissen. Wenn die Berichterstattung beim Thema „Ukraine“ nicht sauber ist, warum sollte sie es dann bei den Themen NSU, NSA, IS, TTIP sein? Wird das Zwangsgeld der GEZ nicht gerade deshalb erhoben, weil solch manipulierende Berichterstattungen durch private Sender vermieden werden sollen? Warum erhebt niemand intern just in time seine Stimme?

Wenigstens kommen sie zum richtigen Schluss:
„Wem nützt es?“ … Die Liste derer, denen diese ARD-Berichterstattung genützt hat, ist lang und mit Vertretern westlicher Regierungen, Lobbyisten und Industriemogulen gespickt.

Update 02.10.14

Der Gniffke setzt noch einen drauf und korrigiert ein halbes Jahr nachdem die ARD russische Separatisten beschuldigte Zivilisten ermordert zu haben, dass es dann wohl leider doch westlich orientierte Ukrainer waren, die dieses Verbrechen verübten. Dass das heute keinen mehr interessiert spielt dabei keine Rolle. Die Empfehlung muss an dieser Stelle daher lauten: Bei jeder Meldung vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk gilt ab sofort eine Karenzzeit von 6 Monaten in welcher der Bericht möglicherweise negiert werden muss, oder auch nicht. Für lumpige 7,68 Milliarden Euro pro Jahr kann man von ÖR-Journalisten eben auch nicht mehr erwarten…

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