// unsurprising

Wir erinnern uns für einen kurzen Moment an Campus Officer John Pike von der Security der University of California, der am 18. November 2011 auf Demonstranten in einer Sitzblockade Pfeffer-Reizgas sprühte, als würde er zu Haus die Thuja's wässern (vgl. folgendes Bild von Louise Macabitas):

pepperspray.jpg

Nun könnte man denken „uiuiui, für eine solche Unverfrorenheit kriegt der sicher den Prozess gemacht!“ und ja, genau so ist das auch. Er bekommt seinen Prozess, allerdings andersrum. Dieses Furzgesicht wurde 8 Monate mit Bezahlung vom Dienst freigestellt (wir reden hier von 121.680 Dollar pro Jahr) und anschließend entlassen, also bekommt er jetzt 38.056 US-Dollar von der Uni zugesprochen, weil er seit dem ganz schlimm Depressionen hat. Das macht alles seelisch furchtbar aua aua und abgesehen davon kriegt er auch noch Morddrohungen.

Wer nun denkt „naja, die Ami's halt … die sind eh alle bekloppt“, der hat widerspruchsfrei recht. Weiterführend sei gesagt, in Deutschland ist das nicht viel anders. Im Falle Lothar Königs kam es 2011 bei der Anti-Nazi-Demo in Dresden zu einer Festnahme direkt am Lautsprecherwagen König's. Grundlegend könnte man meinen hier sei übertriebene Härte im Spiel gewesen, doch mitnichten wie uns die Schilderung verrät:

Die Beamten seien […] verpflichtet gewesen, „unter Anwendung unmittelbaren Zwanges“ zu handeln. […] Mit dem sogenannten Winkelschlagstock sollte der Mann „mittels eines kurzen Schockes“ dazu bewegt werden, vom fahrenden VW-Bus zu springen. […] Bewusst habe der Beamte auf den Einsatz von Reizstoffsprühgas verzichtet, „um keine Unbeteiligten zu gefährden“. Der Schlag habe nicht annähernd die Wirkung erzielt, wie es ein gezielter Stoß mit dem Stockende gegen den Oberkörper entfaltet hätte. Der Kopf des Mannes sei „marginal berührt“ worden.

Wer sich nochmal ein Bild von dieser Situation machen möchte kann auf Youtube nachsehen wie bewusst und gezielt die Beamten da handelten. Das Verfahren gegen die Ordnungshüter wurde selbstverständlich eingestellt.

Sources:

Update 15.04.2016:

UC Davis contracted with consultants for at least $175,000 to scrub the Internet of negative online postings following the November 2011 pepper-spraying of students and to improve the reputations of both the university and Chancellor Linda P.B. Katehi, newly released documents show.

Source: http://www.sacbee.com/news/local/article71659992.html

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