// Summary Week.01

Das letzte Jahr endete mit allerlei interessantem Zeug, doch der Januar hat für mich bis dato folgendes zu bieten:

Shell-Bohrinsel vor Alaska auf Grund gelaufen

Begonnen hat's am 02.01. mit dieser Meldung bei der ARD:
http://tagesschau.de/multimedia/video/sendungsbeitrag207644.html

Darin wird berichtet, dass eine 30 Jahre alte Bohrinsel vor den Kodiak-Inseln auf Grund lief, nachdem sie sich bei schwerer See von einem Schlepper los riss, der sie in eine Werft nach Seattle zur Inspektion bringen sollte. Nun fragt man sich ja eigentlich folgendes: vom Ort der Strandung bis nach Seattle sind es laut OpenSeaMap etwa 1200 Seemeilen, also über 2200 km. Wie schnell werden die so eine Insel schleppen? Schneller als mit 15 Knoten keinesfalls, doch bereits dafür bräuchten sie 80 Stunden, allein für den Transit (one way!). Verwunderlich, denn in einem Business, in dem jede Minute für maximale Produktion zählt nehmen die da eine beträchtliche Downtime in Kauf. Da hätte man eher mit einer Wartung vor Ort gerechnet, im Zweifel mit Tauchern die sich den Laden unter Wasser ansehen, immerhin war diese Insel ja erst seit ein paar Wochen im Zielgebiet. Bleibt die Mutmaßung an dem Ding ist ernsthaft was kaputt. Oder die haben 'nen anderen Grund… und prompt findet sich am 04. Januar ein Artikel im Independent in dem es heißt:

Shell’s ill-fated attempt to tow an offshore oil rig from Alaska to Seattle in the final days of December was motivated by a desire to avoid $7m (£4.3m) of Alaskan state taxes, it emerged today.

Ach so. Na wenns darum geht 7 Millionen Dollar Steuern zu sparen, dann ist das natürlich was anderes (erinnert mich irgendwie an die US-Fiskalklippe). Bei der ARD ist über dieses kleine Detail leider auf die Schnelle nichts zu finden, wo kämen wir da auch hin (die GEZ soll heute aber nicht unser Thema sein, das kommt demnächst).

Ja gut, aber fragwürdige Logistiklösungen auf Kosten der Umwelt sind in Amerika nun auch nicht neu. Wie CBCnews bereits im letzten Jahr berichtete, gondelte dort im Juni 2010 ein Güterzug 24 mal mit Bio-Diesel zwischen den USA und Kanada hin und her. Mit Bio-Diesel!! Die haben offenbar Bio-Diesel aus Kanada importiert und die gleiche Ladung als Ethanol wieder nach Kanada exportiert, was der Betreiberfirma 2,6 Millionen Dollar durch den dabei entstehenden Handel mit Green-Energy-Förderzertifikaten einbrachte. Eine völlig abstruse Popcorn-Story mit Zitaten wie:

„My job is not to ask what and why,“ said Cirlan, whose job involved supervising the movements, and paying the terminals and the trucking companies. „If you ask me to move product 100 times, I’d be glad to help.“

Könnte auch Frank Martin im Blockbuster „The Transporter“ gesagt haben.

Facebook reiht sich da übrigens auch super ein, um mal den Sprung über den großen Teich zu wagen. Die haben für 2011 laut dem Business Insider gerade einmal 0,3% Steuern der $ 1,3 Milliarden Erträge bezahlt. Es handelt sich hierbei ja um ein irisches Unternehmen (folglich gehen uns europäische Steuer-Dollar flöten). Da müssten sie wohl eigentlich 12,5% berappen, aber einerseits läuft da einiges über Tocherfirmen in anderen Ländern (bspw UK) und andererseits transferieren die ihre Kajumbel auf die Cayman Islands was halt gleich mal gar keine Steuern bedeutet. Wenigstens schadet Facebook damit nur der Gesellschaft und nicht zeitgleich noch der Umwelt.

In Deutschland geht man mit dem Thema irgendwie offener, wenn auch weniger kreativ, um. Wie CDUwatch berichtet, hat sich der Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie zum Jahresende mal nicht Lumpen lumpen lassen (Hurra, ein Wortspiel) und der FDP 65.000,- € zukommen lassen. Quasi als Spende, weil sind ja bald Wahlen und da braucht man viele Poster. Überraschender Weise wurde seitens des Wirtschaftsministeriums (verblüffend, auch FDP) kurze Zeit später festgestellt, dass man 10 Unternehmen aus diesem Verband eigentlich von der EEG-Umlage befreien müsste. Diese Praxis ist hierzulande sicher auch kein Einzelfall und führt am Ende zu Strompreiserhöhungen für den privaten Endanwender der sich ja doch nicht wehrt und brav weiter wählen geht. Aber wem erzähl ich das?

Sources:

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