quote of the day

Die Kanzlerin verwies dabei auf die Beispiele Telemedizin und autonomes Fahren und fragte: „Wer wird einen fahrerlosen Autoverkehr organisieren, wenn er nicht weiß, ob ihm mitten zwischen Frankfurt und Mannheim irgendwann das Datennetz zusammenbricht, weil gerade Millionen von E-Mails Vorrang haben und die Sicherheit der Datenübermittlung nicht gewährleistet ist?“

Welch hohes Maß Erkenntnisisolation in nur einem Satz zu finden ist…
Quelle: http://www.golem.de/news/digitale-agenda-merkel-fuehlt-sich-im-neuland-verfolgt-1411-110343.html

Geschwätz von gestern

öffentlich-rechtliche Kriegspropaganda in der Selbstkritik vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Agitation von Dr. Kai Gniffke (Chefredakteur ARD-aktuell):

Die Kritik an unserer Ukraine-Berichterstattung hat ein Echo von bislang ungekanntem Ausmaß hervorgerufen. […] Wir widersprechen […] den Vorwürfen einer gezielten Desinformation […] Wir haben stets nach bestem Wissen und Gewissen sowie sorgfältiger Recherche berichtet. […] Doch bevor uns unsere Kritiker nun für arrogante Dumpfbacken halten […] Hier einige Punkte, die wir aufgelistet haben:

  • Mit dem Wissen von heute hätten wir manchen Akzent anders gesetzt und manche Formulierung anders gewählt […]
  • Möglicherweise sind wir zu leicht dem Nachrichten-Mainstream gefolgt.
  • Vielleicht hätten wir rechte Gruppierungen in der Ukraine früher thematisieren sollen.
  • Der falsche Hubschrauber war sehr ärgerlich […]
  • Wir hätten uns bei der Formulierung “OSZE-Beobachter” eher eine andere Formulierung wählen können.
  • Vielleicht haben wir die russischen Interessen zu wenig für den deutschen Zuschauer “übersetzt”.
  • Wir hätten evtl. die NATO-Position noch kritischer hinterfragen können.

Ausdrücklich haben […] unsere Korrespondentinnen und Korrespondenten […] hervorragende Arbeit geleistet. Sie haben zu jeder Zeit gewissenhaft recherchiert. Dabei ist klar, dass die Recherche auf Seiten der Separatisten zeitweise nicht möglich war und die Informationen der ukrainischen Seite interessengesteuert waren. Insgesamt haben sie exzellente Arbeit geleistet. […] Oft hilft die Frage “Wem nützt es?”

Source: http://blog.tagesschau.de/2014/09/29/zwischenbilanz-der-ukraine-konflikt-in-der-tagesschau

Für mich wirft diese Darstellung mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Klar ist in jedem Fall dass dieses Eingeständnis ohne äußerlichen Druck veröffentlicht wird und nicht objektiv sein kann, sondern sich möglichst oberflächlich auf die gröbsten Schnitzer beschränkt. Klingt als ob sich jemand reinwaschen wolle. Man gesteht höflich in einem kaum beachteten Blog, was eh schon alle wissen. Wenn die Berichterstattung beim Thema „Ukraine“ nicht sauber ist, warum sollte sie es dann bei den Themen NSU, NSA, IS, TTIP sein? Wird das Zwangsgeld der GEZ nicht gerade deshalb erhoben, weil solch manipulierende Berichterstattungen durch private Sender vermieden werden sollen? Warum erhebt niemand intern just in time seine Stimme?

Wenigstens kommen sie zum richtigen Schluss:
„Wem nützt es?“ … Die Liste derer, denen diese ARD-Berichterstattung genützt hat, ist lang und mit Vertretern westlicher Regierungen, Lobbyisten und Industriemogulen gespickt.

Update 02.10.14

Der Gniffke setzt noch einen drauf und korrigiert ein halbes Jahr nachdem die ARD russische Separatisten beschuldigte Zivilisten ermordert zu haben, dass es dann wohl leider doch westlich orientierte Ukrainer waren, die dieses Verbrechen verübten. Dass das heute keinen mehr interessiert spielt dabei keine Rolle. Die Empfehlung muss an dieser Stelle daher lauten: Bei jeder Meldung vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk gilt ab sofort eine Karenzzeit von 6 Monaten in welcher der Bericht möglicherweise negiert werden muss, oder auch nicht. Für lumpige 7,68 Milliarden Euro pro Jahr kann man von ÖR-Journalisten eben auch nicht mehr erwarten…

Absurd?

Während der häufig mit Fäusten am Kopf getroffene Bürgermeister von Kiew, bekanntermaßen Witalij Wolodymyrowytsch Klytschko, die deutsche Regierung bittet mit „ihrem KnowHow“ beim Bau einer 2.300 km langen Mauer mitten durch die Ukraine zu helfen schießt sich allen Ernstes eine Grundschullehrerin in Utah auf'm Klo selber in den Fuß (bzw. Bein, aber Fuß klingt lustiger).

Besonders amüsant an der zweiten Meldung ist, dass in der Folge des Pennsylvania Shooting vom 21. Dezember 2012 ein Mann (ich glaub von der NRA) mit einem besonders großen Hut, nämlich der hier:

2012-12-21_arming_teachers.jpg

noch am gleichen Tag bei Piers Morgan auf CNN forderte, alle Lehrer zu bewaffnen. Wegen der Sicherheit.

Schroedingers Monk

Ein 65 Jahre alter buddhistischer Mönch in Thailand möchte durch Meditation sterben. Der Abt eines Klosters in der Provinz Chaiyaphum habe sich in einen Sarg gelegt und mit der Meditation begonnen, berichtet die „Bangkok Post“. Er wolle keinen Suizid begehen, es sei schlicht an der Zeit für ihn, zu sterben, zitierte die Zeitung den Mann. Der Sarg verfüge über Löcher, so dass der Mönch beim Meditieren atmen könne. Andere Mönche habe er damit beauftragt, morgen nachzuschauen, ob er tot sei. (Source: http://nr.news-republic.com/Web/ArticleWeb.aspx?regionid=9&articleid=28640151&m=d)

Na mal sehen…

Update 2014-09-11:

Chaiyaphum police chief Pol Maj Gen Pinit Maneerat, accompanied by Phra Ratpawana Warajarn, the province’s ecclesiastical leader, and government and medical officials, showed up at the temple about 3pm to negotiate with Luang Pu Pim. They urged him to cancel his plan and leave the coffin. […] The authorities told the followers they were only there to do their duty after people complained that Luang Pu’s action was improper. […] The disciples then allowed the group to enter the living quarters where they found the monk still alive but exhausted.
(Source: http://www.bangkokpost.com/news/local/431661/abbot-ends-death-plan)

Ein Mönch will sich zu Tode meditieren und kriegt Ärger mit den Offiziellen weil er sein Wissen über Geschehnisse in der Zukunft kund tut und soetwas schickt sich für Buddhisten nicht :)
Zum Glück gibts noch Alternativen: Elefanten trampelten Mönch beim Meditieren tot

inchtabokatables

wars only wars wherever you lookin', wars only wars the whole world's shootin'
wars only wars, nobody's winnin', wars only wars the other one's beginn'

1994. eben wiedergefunden. alles beim alten. weitermachen.

österreichische Arroganz

Die entwickeln sich ja rapide zum Schurkenstaat.
Erst ernennen sie Hitler zum Ehrenbürger, gefolgt von der bolivianischen Sommeroffensive, ein Schein-Prozess gegen Josef (nein, nicht Goebbels, den hätten sie freigesprochen) und heute nun auch noch die anlasslose Zensur zur Gleichschaltung des World Wide Web.

Wer hat die eigentlich in die EU gelassen?


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